
Es gibt nicht viele Städte, deren historische Innenstadt so unversehrt geblieben ist wie die des über tausendjährigen Bautzen. Im Jahre 1002 wurde Bautzen als civitas Budissin erstmals urkundlich erwähnt. Zwei wichtige Handelswege führten hier entlang: die Hohe Straße von Halle nach Breslau und die Straße von Prag an die Ostsee. Bis heute erheben sich mittelalterliche Türme und Basteien auf einem Granitplateau über dem schmalen Tal, durch das sich die noch junge Spree Richtung der Talsperre, des Stausees Bautzen schlängelt.

Ein Rundgang durch die liebevoll restaurierte Altstadt mit ihren beinahe 1.400 Baudenkmalen, malerischen Gassen und den in neuem Glanz erstrahlenden barocken Häuserzeilen hinterläßt unvergeßliche Eindrücke.

In idealer Verteidigungslage auf einem Felssporn, der in einen Spreebogen hineinragt, ließ vor mehr als 1000 Jahren der Markgraf von Meißen die Ortenburg als Grenzfeste errichten.

Hier auf dem Burgplatz und auf dem Schützenplatz bietet die Stadt ihren Freunden und Gästen im Juni und Juli eine Reiehe von eindrucksvollen Theaterereignissen. Besonders beliebt sind die romantischen Mitternachtsvorstellungen.
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Einen Nachteil hatte die exponierte wehrhafte Lage Bautzens bis zur Erfindung der Dampfmaschine: die Versorgung mit dem lebenswichtigen Spreewasser. In den Jahren 1495/96 wurde ein hölzerner Turm mit Pumpstationen errichtet. 1558 wurde diese erste Wasserkunst durch einen massiven steinernen Bau ersetzt, der Alten Wasserkunst - einem der Wahrzeichens Bautzens, die heute als Museum und interessantes technisches Denkmal besichtigt werden kann.

Der höchste der fast zwei Dutzend historischer Türme der Stadt ist der Kirchturm des St. Petri Domes. 1457 geweiht ist die vierschiffige Kathedrale die größte Simultankirche Europas. Schon seit 1524 teilen sich die evangelisch-lutherischen Christen die Kirche mit den Katholiken.

Eine Führung zu den Sakralen Kunstschätzen Bautzens findet ihren Höhepunkt in der Domschatzkammer des Domstifts. Neben prachtvollen Kelchen, Monstranzen und Reliquienschreinen sind dort auch vier Skulpturen des Dresdener Hofbildhauers Johann Benjamin Thomae und ein Heiliger Sebastian aus der Permoser-Schule zu sehen.

Für ein langes dunkles Kapitel der Bautzener Geschichte büßt die Stadt bis heute als Synonym für das Gelbe Elend, das viele Menschen in den beiden Strafanstalten der Stadt erleiden mußten: Bautzen I als Speziallager der Sowjetischen Besatzungsmacht und Bautzen II, das 35 Jahre lang vom Ministerium für Staatssicherheit (StaSi) der DDR betrieben wurde. Heute befindet sich hier eine Gedenkstätte für die Opfer politischer Gewaltherrschaft.
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Allen Besuchern Bautzens und der Oberlausitz fällt auf, daß Orts- und Straßenschilder zweisprachig sind. Dies ist Zeichen für die Gleichberechtigung der Sorben, die 1948 gesetzlich festgeschrieben wurde.
Die Sorben sind Nachfahren der slawischen Stämme der Milzener und Lusitzer, die im Zuge der Völkerwanderung die Region besiedelten und im 7. Jahrhundert Bautzen zu ihrem Hauptort machten und eine erste Burg errichteten. Im 8. Jahrhundert begann Karl der Große die Unterwerfung der Slawen. Im 11. Jahrhundert ließen sich in der Oberlausitz sächsische, thüringische, fränkische und hessische Siedler nieder. Die Sorben pflegen ihr Brauchtum bis heute sehr intensiv. Das Salzlagerhaus im Hof der Ortenburg birgt die Sammlungen des Sorbischen Museums. Mehr über die Sorben finden Sie unter der Rubrik Trachten und Bräuche.

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